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20.05.2012
Befindlichkeitsanalyse der Bürger am und im Umfeld des Kaiserplatzes! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Volkmar Klein   
Donnerstag, den 21. September 2006 um 00:00 Uhr
Drogen Razzia in  Aachen

 

vollständige Studie zum download

Zitat AZ: "Die Polizei ging kein Risiko ein. Denn die Gefahr von massivem Widerstand - auch mit Waffen - war den Beamten zu hoch. Und so rückte ein Sondereinsatzkommando an."

 

Und wie sollen sich die Bürger verhalten? Politiker genehm?

Durchgängiger Vertrauens Verlust gegenüber Politik und Verwaltung

Das Ergebnis der Befindlichkeitsanalyse der Bürger am und im Umfeld des Kaiserplatzes!

- Befindlichkeitsanalyse der Bürger am und im Umfeld des Kaiserplatzes, erstellt in den Postleitzahlgebieten 52062 und 52070,
durchgeführt von der Initiative Kaiserplatz e.V. Aachen, den 19.09.2006


Inhalt:

1. Erläuterungen zur Frage warum die Befindlichkeitsanalyse durchgeführt wurde.

2. Anschreiben mit Erläuterungen für die zu Befragenden.

3. Grundlagen zur Durchführung.

4. Fragebogen: "Ihre Meinung".

5. Fragebogen: "Ihre Meinung".

6. Fragebogen zu Stadt- und Kreisverwaltung, Politik, Parteien und Polizei.

7. Nachtrag zu 4 - 6 aus 2006.

8. Auswertung des Fragebogens Seite 6 - Ihre Meinung -

9. Auswertung des Fragebogens Seite 7 - Ihre Meinung -

10. Auswertung des Fragebogens Seite 8 - Stadt - Kreisverwaltung, Politik/Parteien und Polizei

11. Auswertung des Fragebogens Seite 9 - Nachtrag und Statistik

12. Statistik - Angabe des Wohnortes und weitere Erklärungen der Bürger zu den Fragen

13. Weitere Erklärungen der Bürger zu den Fragen


Befindlichkeitsanalyse


I.0 Sinn und Zweck der Befindlichkeitsanalyse


1.1 Mit Beginn des Jahres 2004 wurde im Auftrag des Innenministeriums, mit Zustimmung der Polizeibehörden NRW, an ca. 9000 Haushalte ein Fragebogen verschickt um heraus zu finden wie die Bevölkerung über die Arbeit der Polizei denkt und welche Vorschläge die Befragten zur Verbesserung der Polizeiarbeit machen können bzw. wollen.

1.2 Mit Spannung erwarteten die Bewohner des Kaiserplatzes den Fragebogen und sie warteten vergebens. Sie fragten beim Unterzeichner dieser Analyse nach und da er auf Anhieb keine Antwort geben konnte begann er mit seinen Recherchen.

1.3 Nach Auskunft der Polizei wurden die Haushaltsadressen an die der Fragebogen verschickt wurde vom Statistischen Amt der Stadt Aachen herausgegeben. Die Adressen sollten nach dem Zufallsprinzip ermittelt werden.

1.4 Nach Rückfrage beim Statistischen Amt der Stadt Aachen ist die Auskunft der Polizei Aachen insofern richtig, als das Zufallsprinzip eingesetzt wurde. Allerdings waren für die Auswahl ganz bestimmte Kriterien zu erfüllen und dazu gehörte, dass ganze Straßenzüge für das Zufallsprinzip nicht berücksichtigt wurden.

1.5 Um nun heraus zu finden wie viel Bewohner am und im Umfeld des Kaiserplatzes tatsächlich einen Fragebogen erhalten hatten hat der Unterzeichner 277 Haushalte, ebenfalls nach dem Zufallsprinzip, aus dem Telefonbuch herausgesucht, angerufen und nach dem Fragebogen der Polizei gefragt. Das erstaunliche Ergebnis: "Nicht ein einziger Haushalt hatte einen Fragebogen erhalten."

1.6 Nachdem der Unterzeichner die Polizei mit der Aussage von 277 Haushaltsvorständen bekannt gemacht hatte bekam er zur Antwort: " Das können wir uns auch nicht erklären!"

1.7 Einige Tage später kam ein Rückruf seitens der Polizei mit der Bemerkung: " Wir haben einen Fragebogen aus der Wilhelmstrasse zurück bekommen."

1.8 Aufgrund der Tatsache, dass die Bürger am und im Umfeld des Kaiserplatzes keinen Fragebogen der Polizei erhalten haben, hat der Vorstand der Initiative Kaiserplatz e.V. entschieden eine eigene Befragung durch zu führen.

1.9 Die Ursprungsbefragung aus 2004 wurde durch eine erneute Befragung in 2006 ergänzt.

1.10 Um ein zutreffendes Bild sicher zu stellen sind die Ergebnisse beider Befragungen
zusammengefasst worden und werden nun veröffentlicht.

 

II. Anschreiben an die Bewohner am und im Umfeld des Kaiserplatzes


Befindlichkeitsanalyse

der Bürger am und im Umfeld des Kaiserplatzes,

durchgeführt von der

Initiative Kaiserplatz e.V.

Die Initiative Kaiserplatz e.V. hat Recherchen angestellt um heraus zu finden, wie viele Bürger am und im Umfeld des Kaiserplatzes einen Fragebogen, zu der von der Polizei im Jahre 2004 durchgeführten Umfrage, erhalten haben.

Es wurden im Umfeld des Kaiserplatzes 277 Anrufe getätigt und dabei festgestellt, dass von den Angerufenen niemand einen Fragebogen erhalten hat.

Aus diesem Grunde hat sich die Initiative Kaiserplatz e.V. dazu entschlossen eine eigene Umfrage, über die Sicherheit am Kaiserplatz, durchzuführen.

Ergänzt wurde die Umfrage mit einjährigen Erkenntnissen nach Installation der kombinierten Wache am Kaiserplatz.

Nach Fertigstellung und Auswertung der Umfrage wird das Ergebnis nun veröffentlicht.

Die Befragung wurde anonym durchgeführt, der Datenschutz wurde den Befragten gegenüber garantiert.

Mit Beantwortung der gestellten Fragen helfen die Bürger sich selbst um am und im Umfeld des Kaiserplatzes dieses Viertel wieder liebens- und lebenswert und damit bewohnbar zu machen.

gez.: Volkmar Klein Aachen, den 19.09.2006

 

III.0 Grundlagen

3.1 Belastbare Umfragen sind dann als den Gesetzesmäßigkeiten nach an zu sehen, wenn mindestens 1% der Bevölkerung befragt wird. Gehen wir davon aus, dass im erweiterten Umfeld des Kaiserplatzes ungefähr 2750 Personen wohnen so müssten mindestens 28 Bewohner angesprochen werden. Die Initiative Kaiserplatz e.V. erreichte aber 157 Menschen, also das 5,6 fache des Regelsatzes.

3.2 Gehen wir weiter davon aus, dass in etwa 1527 Haushalte in diesem Viertel gemeldet sind so müssten davon wiederum 1% befragt werden das entspricht ca. 15 Haushalte. Die Initiative Kaiserplatz e.V. hat aber insgesamt 68 Haushalte angesprochen, also das 4,65 fache des Regelsatzes.

3.3 Um eindeutige Ergebnisse zu erlangen und befragten Beeinflussung auszuschließen wurden die Fragen im Kreise der Familien beraten, jedoch wurde der eigentliche Fragebogen von jedem Teilnehmer eigenhändig ausgefüllt.

3.4 Aus den nachfolgenden Strassen wurden die angesprochenen Bewohner interviewt:

Martin-Luther-Straße
Beekstraße
Nopius Straße
Adalbertsberg
Gottfriedstraße
Wespienstraße
Adalbertstraße
Wilhelmstraße
Adalbertsteinweg
Heinrichsallee
Gasborn
Stiftstraße und
Mozartstraße.

3.5 Durchgeführt wurde die Befindlichkeitsstudie in den Monaten Mai / Juni 2004 und
ergänzt in den Monaten Juni / Juli 2006.

3.6 Die Studie besteht aus:

Einem Anschreiben mit Erläuterungen an die Befragten,

15 Fragenkomplexen zum Thema: "Ihre Meinung",

9 Fragenkomplexen zum Thema: " Stadt - Kreis - Politik- und Verwaltung,

5 Fragenkomplexen im Nachtrag zum Thema: "Ihre Meinung" und,

8 Fragenkomplexen zum Thema: "Statistik",
insgesamt handelt es sich um 35 Fragekomplexe mit 96 möglichen Antworten.


Befindlichkeitsanalyse
der Bürger
am und im Umfeld des Kaiserplatzes


IV.0 Ihre Meinung / Auswertung der Befragungen aus 2004 und 2006

4.1 Ist Ihre Lebensqualität im weiteren Umfeld des Kaiserplatzes mit Eröffnung
der Drogenberatung:

a) besser geworden
b) gleich geblieben
c) schlechter geworden
5
11
141


4.2 Wenn die Antwort c) zutrifft, könnten Sie sich mit dem Gedanken anfreunden
aus diesem Viertel weg zu ziehen

a) ja
b) nein
c) eventuell
98
17
42

Ergänzung zu a): wenn die Möglichkeit dazu besteht ja: 87


4.3 Fühlen Sie sich im Umfeld des Kaiserplatzes sicher?

a) ja
b) nein
8
149

 

4.4 Wenn Sie Kinder haben bereitet Ihnen das Umfeld Sorgen?

a) ja
b) nein
c) ohne Kinder
53
3
101

4.5 Sind Sie durch die "Szene" am Kaiserplatz selbst schon mal belästigt worden und wenn ja, welche Arten der angegebenen Belästigungen waren es?

a) Urinieren
b) Koten
c) Übergeben
d) Fixen
67
12
33
98
e) Dealen
f) Spritzen
g) Blut
h) Schlägereien
101
54
19
16

In der Frage 4.4 sind mehrere Antworten möglich!

4.6 Ab welchem Jahr nahmen Sie die Drogenszene war bzw. begann sie Sie zu
stören ?

1990
1995
2000
2005
83
111
149
137

4.7 Ist eine solche Einrichtung wie die Drogenberatung in der Nähe von Schulen
oder Kindergärten sinnvoll?

a) ja
b) weiß nicht
c) nein
2
21
134

4.8 Wenn Sie über den Standort der Drogenberatung zu entscheiden hätten würden Sie für eine Verlagerung an einen Ort stimmen an dem die Bürger nicht mehr belästigt würden, auch wenn dieser Standort außerhalb der Stadtmitte wäre, unter der Voraussetzung, dass dort ein komplettes Programm zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft angeboten würde?

a) ja
b) weiß nicht
c) nein
116
5
36


4.9 Halten Sie eine Videoüberwachung an Plätzen mit einer bestimmtem Kriminalitätsrate für sinnvoll?

a) ja
b) nein
143
14

4.10 Halten Sie eine kombinierte Wache am Kaiserplatz, besetzt mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei, für erforderlich?

ganz wichtig
nicht unbedingt
weiß nicht
151
2
4

4.11 Wenn Sie sie für wichtig erachten wie sollten dann die Öffnungszeiten sein?

8 - 20 Uhr
6 - 24 Uhr
12 - 17 Uhr
133
10
14

4.12 Greifen Ihrer Meinung nach die Mitarbeiter der Ordnungsbehörden gegenüber den Drogensüchtigen und Dealern "hart" genug durch?

hart genug
halbwegs
zu weich
6
5
146

4.13 Haben Sie die Ordnungsbehörden über beobachtete Straftaten schon mal informiert?

oft
machmal
nein
129
21
7

4.14 Wenn oft oder manchmal wurde Ihnen in angemessenem Zeitabstand geholfen?

ja
nein
43
107

4.15 Wie haben die aufnehmenden Mitarbeiter Ihren Anruf/das Gespräch entgegen genommen?

höflich
freundlich
eher unfreundlich
57
17
83

4.16 Bei genauer Beobachtung der MA der Ordnungsbehörden kann der Eindruck entstehen, dass sie mit den Junkies und Dealern bestens zu recht kommen.

stimmen Sie dem zu
der Eindruck falsch
133
24

 

V.0 Stadt-, Kreisverwaltung, Politik/Parteien und Polizei

5.1 Glauben Sie, dass die Menschen, welche die Politik der Stadt Aachen bestimmen, dass gilt sowohl für die Verwaltung als auch die Mitglieder der Parteien, genau wissen wie es hier am Kaiserplatz zugeht?

ja
fraglich
nein
11
49
97

5.2 Die Frage 5.1 auf die Mitarbeiter der Polizei übertragen, wie ist da Ihre Meinung? Die Streifenbeamten, welche hier fahren, wissen durchaus was los ist.

ja
nein
137
20

Ob die Personen welche im Innendienst tätig sind es wissen ist fraglich?

ja
nein
143
14

5.3 Glauben Sie, dass alle Ratsmitglieder bzw. alle an Entscheidungen beteiligte Verwaltungsmitarbeiter die notwendige Sachkenntnis haben um eine allen
Beteiligten dienende Lösung zu finden?

ja
nein
fraglich
26
94
37

5.4 Glauben Sie den Aussagen der Verantwortlichen?

ja eher nicht nein
14 34 109

5.5 Fühlen Sie sich von den Verantwortlichen in Verwaltung, Politik und Polizei Ernst genommen?

ja eher nicht nein
21 21 115

5.6 Welche Partei hat Ihrer Auffassung nach die heutige Situation zu verantworten?

CDU
SPD
Die Grünen
FDP
43
54
47
13

5.7 Sind Sie der Auffassung, dass die Polizei mehr tun könnte?

ja
kaum
nein
129
13
15

5.8 Oder haben Sie den Eindruck, dass es bestimmte Anweisungen von "oben" gibt?

ja
nein
153
4

5.9 Ist Ihrer Meinung nach die Stadt Aachen in ihrer Gesamtheit eine liebens- und lebenswerte Stadt?

ja
weniger
nein
136
11
10

 

VI.0 Nachtrag einer erneuten Befragung in den Monaten Mai - Juni 2006 zur Ursprungsbefragung aus 2004.

6.1 Ist Ihre Lebensqualität am und im Umfeld des Kaiserplatzes nach Eröffnung der Wache besser geworden?

besser geworden gleich geblieben schlechter geworden
21 21 115

6.2 Wurden Ihrer Kenntnis nach in den letzten 12 Monaten weniger Einbrüche/allgemeine Belästigungen/Überfälle oder ähnliche Taten im Umfeld des Kaiserplatzes begangen?

ja
nein
22
135

6.3 Halten Sie die Öffnungszeiten der Wache am Kaiserplatz für sinnvoll?

ja
nein
2
155

6.4 Würden Sie nach derzeitigem Kenntnisstand noch einmal an den Kaiserplatz ziehen?

ja
nein
18
139

6.5 Haben Sie in den letzten Monaten schon einmal darüber nachgedacht, aufgrund der Drogenberatung am Kaiserplatz und den durch die Abhängigen verursachten Folgen, vom Kaiserplatz fort zu ziehen?

ja
nein
86
71

 

VII.0 Statistik

7.1 Welcher Altersgruppe gehören Sie an?

-15
-20
-25
-35
-50
-65
darüber
3
5
8
45
51
3
12

7.2 Wann sind Sie hier her gezogen (Jahr)

vor 1980
1980 - 1990
1991 - 2000
ab 2001
124
15
11
7

7.3 Wohnort (mit Postleitzahl)

52062
52070
103
54

7.4 Straße mit Hausnummer: siehe Strassenaufstellung

7.5 Geschlecht:

männlich
weiblich
71
86

7.6 Datum:21.09.2006

 

VIII.O Erläuterungen und ergänzende Aussagen der Bürger zur Auswertung IV.0 und V.0

Zu 4.0 - Ihre Meinung
8.1 Rund 90 % der Befragten stellen fest, dass mit Eröffnung der Drogenberatung in den späten achtzigerr Jahren die Lebensqualität am und im Umfeld des Kaiserplatzes viel schlechter geworden ist.

Sie begründen dies mit den Argumenten:
a) weder Polizei noch Ordnungsamt greifen gegenüber der Kaiserplatz Klientel hart genug durch.
b) die Ordnungsbehörden und die Drogenberatung lassen es zu, dass sich neben den Junkies nun auch noch Alkoholabhängige am Kaiserplatz niederlassen dürfen.
c) die Szene hat sich vergrößert und befindet sich nicht mehr nur am Kaiserplatz sondern daneben auch vor Takko und C&A.
d) eine weiterer Dealplatz scheint sich an der Ecke Wespien- Martin-Luther Straße und im Rehmviertel zu etablieren.
e) die durch die Klientel des Kaiserplatzes verursachten Schäden und Belästigungen haben enorm zugenommen.
f) Haus- und Wohnungsbesitzer wurden gezwungen ihre Häuser/Wohnungen mit zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen zu versehen. (nach Hochrechnung der Interviewer wurden in den letzten 2 Jahren dafür über 300.000,- € ausgegeben.)
g) Trotz entsprechender Verordnungen blüht die Prostitution rund um den Kaiserplatz und es wird nichts dagegen unternommen.

8.2 In etwa gaben 63 % der Bürger die Auskunft, dass sie sich mit dem Gedanken anfreunden können aus diesem Viertel fort zu ziehen. Sie begründen dies mit der viel schlechter gewordenen Lebensqualität und der Angst von den Probanten angegriffen zu werden. Ca. 27 % haben in dieser Richtung bereits Überlegungen angestellt. Und nur 10 % wollen nicht weg ziehen. Hierfür wurden unterschiedliche Gründe angegeben.

Alle Befragten machen einen Umzug von ihren finanziellen Möglichkeiten abhängig, selbst die die hier bleiben wollen, sprechen von fehlenden Mitteln für einen Umzug.

8.3 Knapp 95 % der Bürger haben Angst vor der Kaiserplatz Klientel und vor allem vor den Dealern. Sie alle sind der Auffassung, dass es am Abend besser ist zu Hause zu bleiben und Fenster bzw. Türen fest zu verschließen.

8.4 Kinder werden abends nicht mehr alleine gelassen, wollen sie zu Freunden werden sie gebracht oder geholt.Besorgte Eltern wiesen ausdrücklich darauf hin, dass sie ihre Kindergarten-bzw. Grundschulkinder nicht alleine gehen lassen, sondern sie grundsätzlich
zu den öffentlichen Einrichtungen begeleiten. Es wird weiter hervorgehoben, dass es viele, anderswo in Aachen lebende Eltern gibt, die ihre Kinder nicht mehr zu Freunden, welche am Kaiserplatz wohnen, gehen lassen.

8.5 Die Antworten zeigen eindeutig auf, dass die Bürger dieses Viertels viel Unbill über sich ergehen lassen müssen und was die Bürger aufregt ist die Tatsache, dass sie den Eindruck haben, dass weder Polizei, Verwaltung noch die politische Seite gewillt zu sein scheinen diese Zustände zu ändern. Vielmehr ist man der Auffassung, dass die Verantwortlichen allen Dreck
dieser Stadt diesem Viertel aufbürden wollen. Das wir hier in kurzer Zeit gleiche Zustände haben werden wie im Ostviertel oder am Rehmplatz, wo zur Zeit mit großen Summen versucht wird wieder etwas Ordnung hinein zu bringen, scheint die Verantwortlichen nicht zu stören.

8.6 Der größte Prozentsatz der Befragten gab an, dass mit dem Jahr 2000 die Szene richtig zu stören begann. Das hat damit zu tun, dass in der Martin Luther Straße das Haus Nr. 14 fertig gestellt wurde und die Abhängigen nicht mehr in den Büschen an der Martin Luther Kirche untertauchen konnten.Selbst im Jahre 1995 nahmen immerhin noch 71 % die Szene als sehr störend wahr.

8.7 85 % sagen eindeutig, dass eine solche Einrichtung wie die Drogenberatung mit Druckraum in der Nähe von Kirchen, Kindergärten oder Schulen nichts verloren hat. Die Gefahr für Kinder in den Bann der Abhängigkeit zu geraten sei viel zu groß. Aber auch die allgemeinen Gefahren, verursacht durch die Probanten des Kaiserplatzes, seien gerade für Kinder im Alter von 4 - 10
Jahren nicht zu unterschätzen.

8.8 Fasst dreiviertel der Bewohner spricht sich für eine Verlegung der Drogenberatung aus. Dabei ist interessant zu hören, dass viele Bürger die Auffassung vertreten, dass den Junkies gar nicht richtig geholfen wird. Viele der Kranken hätten keine Schul- bzw. Berufsbildung und hier müssten die Verantwortlichen ansetzen. Denn nur wenn man bei der Entgiftung anfinge,
und über Schul- bzw. Berufsbildung weiter mache sei ein Erfolg wahrscheinlich. Selbstverständlich müssten die Abkehrwilligen bis in den Beruf begleitet werden. Die Bürger wissen, dass das alles Geld kostet, sie sind aber der Auffassung, dass dieses Konzept Erfolgsversprechender ist als das was heute gemacht wird. Dabei wäre das Prinzip des Förderns und Forderns strikt zu befolgen.


8.9 Viele Städte und Gemeinden, im Inn- wie im Ausland haben mit einer Videoüberwachung beste Erfolge erzielt. Kriminalitätsraten gingen drastisch zurück und die Bevölkerung fühlte sich wieder viel sicherer. Warum dies in Aachen nicht machbar sei wäre nicht zu verstehen. Das Argument "wir würden überwacht" lassen die Befragten nicht gelten, denn Videoüberwachung gibt es in jedem Parkhaus, in jeder Bank, in jedem Kaufhaus, in vielen weiteren Geschäften, in der Verwaltung, bei Polizei, in Justizgebäuden usw.!

8.10 Über 96 % der Bürger sind für die kombinierte Wache am Kaiserplatz. Sie bemängeln aber die Öffnungszeiten, welche viel zu kurz sind. Aus diesem Grunde wird die Wache als "Farce" bezeichnet, man versuche den Bürgern nur "Sand in die Augen zu streuen"!

8.11 Nach Auffassung der an dieser Befragung Teilnehmenden ( 85 % ) müsste die Wache eigentlich rund um die Uhr geöffnet sein, da das aber vermutlich nicht realisierbar sei sollte sie zumindest von 8.oo bis 20.00 Uhr geöffnet werden.

8.12 93 % der Bürger sind der Auffassung, dass die Polizei und das Ordnungsamt einen sich im Straßenverkehr falsch verhaltenden Autofahrer härter "angeht" als das mit der Kaiserplatzklientel geschieht. Vielmehr beobachten die Befragten, dass Polizei- und Ordnungsamtsmitarbeiter mehr als nur höflich, man könnte sagen fasst schon sehr freundlich (kameradschaftlich) mit dieser Klientel umgeht, eine Verhaltungsweise die unsere Bewohner nicht nur nicht verstehen können und schon gar nicht akzeptieren wollen.

8.13 Die Befragten beschweren sich beim Interviewer über die ihrer Ansicht nach viel zu "lasche" Art der Behandlung der so genannten Kranken, haben sie (die Bürger) selbst ein Anliegen an Polizei oder das Ordnungsamt gelangen sie zu der Auffassung nicht "ernst" genommen zu werden.

8.14 Von allen Befragten sagen 73 % dass ihnen nicht oder nur halbwegs geholfen wurde, sie sind aufgrund des Verhaltens der Ordnungsbehörden von diesen sehr enttäuscht, lediglich 23 % äußern sich positiv, Aussagen welche die Leiter dieser Behörden ernst nehmen sollten.

8.15 53 % aller Teilnehmer sagen aus, dass ihr Anruf eher unfreundlich entgegen genommen wurde, was darauf hinweist, dass in Sachen "Kundendienst" viel Nachholbedarf besteht.

8 .16 Wenn 85 % der Befragten sagen, dass sie den Eindruck hätten, dass die MA der Ordnungsbehörden bestens mit den Junkies zu recht kommen, lässt das vielerlei Rückschlüsse zu.

 

Zu V.0 Stadt- und Kreisverwaltung, Politik/Parteien und Polizei

9.1 62 % sind der Meinung, dass nicht jede der handelnden Personen in Verwaltung oder den Parteien, welche mit dem Kaiserplatz befasst sind, die Verhältnisse detailliert kennt und dies halten die Bürger für nicht in Ordnung und beschämend.

9.2 87 % % sind der Meinung, dass die hier fahrenden Streifenbeamtem durchaus wissen wie es am Kaiserplatz aussieht, 13 % dagegen meinen sie wissen es nicht.

9.3 Ca. 60 % der Bürger glauben, dass von den Entscheidungsträgern nicht jeder die erforderliche Sachkenntnis in der Frage: "Wie lösen wir das Problem Kaiserplatz zur Zufriedenheit aller Beteiligten"? hat und diese Tatsache wurde in den Gesprächen auch klar zum Ausdruck gebracht.

9.4 Den Aussagen der Verantwortlichen glauben 69 % nicht, während 22 % zu einem "eher nicht" neigen und nur 9 % vertrauen den Verantwortlichen.

9.5 In der Frage ob man ernst genommen wird sagen 73 % klar nein und nur 13 % sagen ja.

9.6 In der Frage welche Partei damals in erster Linie für die Drogenberatung am Kaiserplatz gestimmt hat entschieden sich 34 % für die SPD, 30 % für die Grünen, 27 % für die CDU und 9 % für die FDP.

9.7 82 % sind der Auffassung, dass die Polizei wesentlich mehr tun könnte, wenn denn die Streifenbeamten dürften, 8 % sagen nein und nur 10 % meinten kaum.

9.8 In der Frage ob es bestimmte Anweisungen "von oben" gibt" sagen 97 % ja.

9.9 Trotz der auftretenden Probleme am Kaiserplatz sagen 87 % der Bürger diesesViertels, dass Aachen in seiner Gesamtheit eine liebens- und lebenswerte Stadt ist.


Zu X.0 Nachtrag aus der Befragung 2006

10.1 Nach wie vor sind 93 % der Befragten auch heute noch der Auffassung, dass trotz der Wache die Lebensumstände am Kaiserplatz sich nicht verbessert haben.
Diese Aussage wurde ergänzt mit der täglich (abends) stattfindenden Prostitution am Kaiserplatz, in der Stiftstraße und am Gasborn. Obschon die Verwaltung und die Politiker immer wieder auf dieses Problem hingewiesen worden sind und Abhilfe versprachen, ist eine Verringerung nicht fest zu stellen, und wenn man die Aussage der Polizei zur Kenntnis nimmt, dass sie das Verteilen von Flugblättern abbricht nur weil die Freier nicht gerade höflich waren, so sagt das doch eigentlich alles.

10.2 Einbrüche/Diebstähle usw. sind nach Eröffnung der Wache nicht weniger geworden, so sagen 86 %.

10.3 Das die Öffnungszeiten der Wache nicht optimal sind sagen 99 %.

10.4 89 % würden mit dem heutigen Wissen über den Kaiserplatz nicht wieder in dessen Nähe ziehen.

10.5 Nach wie vor überlegen mehr als die Hälfte der Bewohner dieses Viertels, nämlich 55 %, sich eine andere Bleibe zu suchen, wobei der Unterzeichner aus eigener Erfahrung sagen kann, dass alleine in seinem Haus in den letzten Monaten 7 Familien ausgezogen sind und zwar alle wegen der Schwierigkeiten durch die Kaiserplatz Klientel.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. Juli 2011 um 19:24 Uhr
 
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